Club

Vereinsgeschichte

Der Tennisclub Deisenhofen - ein Ortsverein mit Tradition. Im Jahr 2000 konnte unser Tennisclub ein besonderes Jubiläum feiern: 50 Jahre seit der Wiedergründung.

Wiedergründung deshalb, weil er genau genommen schon weit vor 1950 gegründet wurde, und zwar bereits Ende der Zwanziger Jahre. Dieser Tennisverein Deisenhofen wurde allerdings bei Kriegsende 1945 - wie alle Vereine - durch Kontrollratsgesetz aufgelöst. Die Gründung des ersten Tennisvereins im Ortsteil Deisenhofen an der Kastenienallee in den Zwanziger Jahren war eine für damalige Verhältnisse sehr fortschrittliche Tat für das nur ca. 2000 Einwohner zählende Dorf Oberhaching.

Tennisvereine gab es in der Umgebung von München nur wenige, denn Tennis war noch kein Volkssport. Erster Vorstand war Karl Tiedemann, Ehrenmitglied unseres Vereins, der Vater von Ilse Fischer. Kassenwart war Ludwig Moser sen. Sie führten ein strenges Regiment an das sich die damaligen "Jugendlichen" (eine Aufnahme in den Club war erst mit 14 Jahren möglich) - die heute noch aktiven Mitglieder Ilse Fischer, Grete Haider, Rudi Leistner, Fritz Geiger und Eberhard Goepfert - noch gut erinnern können: Wehe dem Mitglied, das nach dem Spiel das Netz nicht ordentlich aufrollte und im Verschlag unter der Holzveranda des "Clubhauses" verstaute oder die Linien nicht sorgfältig mit dem Kreidewagen markierte. Allerdings durften im Winter auf dem Tennisplatz einen Eislaufplatz anlegt werden. Nachdem der Verein 1945 aufgelöst worden war, rappelten sich 1948 die ersten Mitglieder wieder auf, um zu beratschlagen, wie man wenigstens das Grundstück des ehemaligen Clubs so lange halten könnte, bis vielleicht wieder eine Vereinsgründung möglich wäre.

Der damals praktizierende Arzt Dr. Franz Weiß spendete die Jahrespacht von DM 70,-. Doch ließ sich der Platz - ein Baugrundstück - schließlich doch nicht bis zu dem Zeitpunkt halten, zu dem wieder Vereine gegründet werden durften. Als das 1949 der Fall war, entdeckten Badegäste des Schwimmbades in Furth ihr Interesse am "weißen Sport" und trafen sich auf Anregung des Badbesitzers mit Mitgliedern des ehemaligen Tennisvereins Deisenhofen. Schnell war man sich über die Wiedergründung des Vereins, den Bau von zwei Plätzen auf dem Gelände der Badeanlage an der Münchner Straße einig. Am 16. Januar 1950 beschloß die Gründerversammlung eine Satzung, die am 12. April 1950 ins Vereinsregister eingetragen wurde. Gründungsmitglieder, wie z. B. auch Ilse Fischer, Grete Haider, Traudl Goepfert, Fritz Geiger, Rudi Leistner und Dr. Eberhard Goepfert sind heute noch Mitglieder des Clubs. Die Mitglieder und der Badbesitzer Ludwig Schuster bauten die Plätze in Handarbeit. Mit Pickel und Schaufel wurde der Humus abgetragen. Eine Schmalspurbahn für Kipplohren wurde gebaut und in waghalsigen Fahrten wurde das abgetragene Material hinunter in die Wiesen des Schwimmbades befördert. Die Anlage der Plätze übernahm Ludwig Schuster mit Arbeitskräften (Baukosten DM 4675,90). Am 1. Mai 1950 wurde bei strahlendem Maiwetter der Spielbetrieb mit einer kleinen Feier eröffnet. Ein reger Spielbetrieb begann. Neue Mitglieder kamen dazu, eine Mannschaft wurde aufgebaut, Freundschaftsspiele mit Unterhaching und Ottobrunn fanden statt. Am 6. August 1950 wurde ein Pachtvertrag mit dem Badbesitzer geschlossen, der für eine Jahrespacht von DM 800,- den Mitgliedern die Benutzung der Tennisplätze und - ein ganz besonderes Schmankerl - die kostenlose Nutzung des Schwimmbades zugestand.

Da unser Verpächter ein sehr vorsichtiger Mann war, wurde vereinbart, krasse Kaufpreisschwankungen dadurch aufzufangen, indem man den Pachtzins von DM 800,- dem damaligen Weizenpreis von DM 21,- pro Zentner gegenüberstellte. Bis 1969 blieb der Tennisverein Bad Furth e.V. auf dem Gelände des Schwimmbads Furth auf inzwischen drei Plätzen. In diesem Jahr nahm die Mitgliederversammlung das Angebot der Gemeinde Oberhaching an, auf dem jetzigen Gelände vier Plätze, ein Clubheim und sanitäre Anlagen an das Fußballheim anzubauen. Erst 1981 konnte sich der TC Deisenhofen ein eigenes Clubheim leisten, dass das legendäre "Hütterl" ablöste und heute für die meisten Mitglieder eine Selbstverständlichkeit ist.

Dr. Eberhart Goepfert

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